Der tägliche Kampf ist optional: Warum es Zeit ist, unsere Spreadsheet-Abhängigkeit zu beenden

Von David Landau
Meine Tochter ist derzeit im zweiten Studienjahr an der Universität. Sie studiert Supply-Chain-Management und belegt in diesem Semester einen Kurs zur Lieferketten-Planung, den sie liebt. Gleichzeitig besucht sie jedoch noch einen weiteren Kurs, der ihr als unverzichtbar für eine erfolgreiche Karriere in dieser Branche genannt wurde: die Microsoft-Excel-Zertifizierung.
Verstehen Sie mich nicht falsch – Excel ist großartig. Ich nutze es fast täglich für die unterschiedlichsten Zwecke. Aber … wir schreiben das Jahr 2026. Wir leben im Zeitalter der KI.
Transportsoftware gibt es seit mehr als 30 Jahren. Digitale Schnittstellen verbinden Systeme seit fast 40 Jahren. Warum also wird die nächste Generation von Logistikfachkräften noch immer dazu angeleitet, Spreadsheet-Experten zu werden, bevor sie überhaupt 21 sind? Warum üben sie, Komplexität manuell zu verwalten, statt zu lernen, wie man sie eliminiert?
Der Aufstieg von „SDD“ (Spreadsheet Dependency Disorder)
Für Transportanalysten und -manager liegt die eigentliche Ursache von SDD (Spreadsheet Dependency Disorder) in der sogenannten „Chase Economy“. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Realität des heutigen Gütertransports. Unternehmen investieren enorm viel Energie in die Erstellung ihrer Versandpläne – sie entscheiden genau, wen sie beauftragen, wie viel sie bezahlen und welche Alternativen es gibt. Wenn ein Auftrag eingeht, sollten sie eigentlich startklar sein.
Aber das sind sie nicht. Stattdessen beginnt das „Hinterherlaufen“.
- Zuerst senden sie eine E-Mail an einen Frachtführer, um ein Zeitfenster zu buchen.
- Sie warten auf eine Antwort und aktualisieren anschließend manuell eine Tabelle.
- Dann erhalten sie einen Anruf, um die Abholung zu planen. Die Tabelle wird erneut aktualisiert.
- Schließlich verspätet sich der LKW. Und wieder wird die Tabelle angepasst.
Jetzt multiplizieren Sie das mit Tausenden von Sendungen pro Woche bei Dutzenden von Unternehmen. Die Abhängigkeit von Tabellenkalkulationen ist sehr real – und extrem ermüdend. Und das ist auch für die Frachtführer alles andere als angenehm. Ihre Disponenten werden mit E-Mails überflutet und sind gezwungen, sich in Dutzende verschiedener Portale einzuloggen, nur um zu einem Auftrag „Ja“ zu sagen oder ein Status-Update zum Standort zu geben.
Den Kreislauf durchbrechen
Als Branche können wir es besser machen. Zum Glück sind die Tools dafür bereits vorhanden. Es geht dabei nicht um Software im klassischen Sinne, sondern um ein Netzwerk.
Stellen Sie sich eine Plattform vor, auf der Versender, Frachtführer und Spediteure zusammenkommen, um Transaktionen abzuwickeln und gemeinsam zu arbeiten. Als Versender hätten Sie einen einzigen zentralen Ort, der Sie mit all Ihren Frachtführern verbindet, statt Informationen über zahlreiche unterschiedliche Oberflächen zu verteilen.
Betrachten Sie dies als Ihren „universellen Connector“: ein zentraler Zugangspunkt, um Sendungen zu buchen, Spotraten anzufragen, Zeitfenster zu planen und Status-Updates zu erhalten. Natürlich könnten Sie die Ergebnisse immer noch in eine Excel-Tabelle exportieren, falls Ihre SDD (Spreadsheet Dependency Disorder) besonders ausgeprägt ist, aber warum sollten Sie das tun, wenn die Daten bereits übersichtlich und in Echtzeit vor Ihnen liegen?
Eine zufriedenere Lieferkette
Der größte Gewinn liegt hier im menschlichen Faktor. Wenn Frachtführer konsistente Prozesse haben, müssen sie nicht mehr 25 Browser-Tabs geöffnet halten, nur um ihre Arbeit zu erledigen.
So kompliziert ist es eigentlich nicht. Wenn alle am selben Ort und nach denselben Abläufen arbeiten, gewinnen wir an Transparenz und Reaktionsfähigkeit. Vor allem aber sind die Teams zufriedener und die Lieferkette bewegt sich einfach schneller.
David Landau ist ein Experte für Supply-Chain-Technologie, Vorstandsmitglied und Autor, der sich auf Supply-Chain-Technologie spezialisiert hat. Früher war er Führungskraft bei führenden globalen Logistikplattformen und konzentriert sich nun darauf, die nächste Generation von Führungskräften in den Bereichen Strategie, Markteinführungsumsetzung und produktgetriebenes Wachstum zu coachen.
David Landau